Marketerie Chinoiserie Teil 3

Teil 3:
Nachdem das Mittelmotiv fertig war, habe ich überlegt, wie ich die restliche Fläche gestalte. Die Form ist nicht ganz quadratisch, sondern ca. 41x44 cm groß. Meine Idee war eine geometrische Linienführung mit Furnieradern. Da rechts und links mehr Platz ist als oben und unten, formte ich seitlich zusätzliche Rechtecke.

Für die Ausarbeitung der vier Ecken habe ich fast genauso lange gebraucht, wie für das halbe Mittelmotiv. Jede Furnierader ist auf Gärung geschnitten und exakt angepaßt.

Das ist die Ansicht der Rückseite. Die einzelnen Holzelemente von der Furnierader bis zum äußeren Rand sind im 45 Grad Winkel angepaßt und stoßen immer an einen Winkel der Zierleisten.

Die Platten der Nachttische haben zuerst eine neue Kante aus Nußbaum bekommen. Dazu schneide ich das Furnier in schmale Streifen und streiche sie reichlich mit Leim ein. Mit Hitze und ordentlich Druck vom Bügeleisen warden diese dann aufgebügelt. Überstehendes Holz schneide ich grob mit dem Skalpell ab, bevor ich mit Sandpapier die exakte Form rausarbeite.

Genauso wie bei den Seitenkanten, wird mit Druck und Hitze die komplette Platte aufgeleimt. Zwei Schraubzwingen helfen das Motiv in Position zu halten, ansonsten würde das Holz solange der Leim nicht fest ist, ständig hin und her rutschen. Das Bügeln hat lange gedauert. Gibt es hinterher noch Hohlräume oder lockere kleine Stellen, unterspritze ich diese mit einem Leim-Wasser-Mix und gehe solange mit dem Bügeleisen drüber, bis jeder Millimeter fest aufgeleimt ist.
 
chinese marquetry
Mit einem nassen Pinsel befeuchte ich jeden einzelnen Papierstreifen und löse diese alle wieder ab, kleine Papierfitzelchen bleiben kleben, das ist nicht weiter tragisch, da das Holz noch geschliffen werden muß, dann verschwinden diese Stellen und die Oberfläche wird wunderschön glatt.

Sobald die zweite Platte fertig ist, werden beide Oberflächen mit Schellack behandelt, damit sie einen wunderbaren Glanz erhalten. Aber bis dahin dauert es noch etwas...